Einstieg

Das Leitbild der Green Economy ist eine international wettbewerbsfähige, umwelt- und sozialverträgliche Wirtschaft. Das Konzept verbindet Ökologie und Ökonomie positiv miteinander, steigert die gesellschaftliche Wohlfahrt, bekämpft Armut und strebt soziale Gerechtigkeit an. Vor dem Hintergrund anerkannter ökologischer Grenzen soll auf Basis eines umfassenden Verständnisses der Zusammenhänge in Wirtschaft, Finanzwesen und Politik ein umweltverträgliches qualitatives und somit nachhaltiges Wachstum ermöglicht werden.
Erdkugel aus Glas umgeben von grüner Natur. (istock / ooyoo)
Green Economy
Foto: istock / ooyoo

Der Weg zur Green Economy führt über einen Veränderungsprozess, der die gesamte Gesellschaft betrifft. Es geht darum, eine umfassende ökologische Modernisierung der gesamten Wirtschaft und ihrer Sektoren in den Blick zu nehmen, insbesondere hinsichtlich Ressourcenverbrauch, Emissionsreduktion, Steigerung von Energie- und Rohstoffproduktivität sowie nachhaltiger Gestaltung von Produkten, Versorgungssystemen und Infrastrukturen. Fragen nach Lebens- und Arbeitsbedingungen, Konsummustern, Produktlebenszyklen und Finanzierungsmodellen stehen damit in direktem Zusammenhang. Die betreffenden Wertschöpfungsketten und -netze müssen ganzheitlich betrachtet werden und die komplexen Wechselwirkungen und Beziehungen der beteiligten Akteure Berücksichtigung finden. Nur durch eine solche systemische Herangehensweise entstehen innovative Lösungen, mit denen wir den globalen Herausforderungen durch begrenzte Ressourcen, bedrohte Ökosysteme, Klimawandel und demografische Entwicklung wirtschaftlich erfolgreich begegnen können. Neben technischem Fortschritt sind auch organisatorische und soziale Innovationen für den Übergang zu einer Green Economy erforderlich.

Das BMBF hat das zentrale Thema des Umweltgipfels Rio+20 aufgegriffen und im Jahr 2012 gemeinsam mit dem BMUB den Agendaprozess Green Economy gestartet. Ziel ist es, den Veränderungsprozess zur Green Economy durch anwendungsnahe Forschung unter Einbindung der betroffenen Stakeholder und Akteure zu unterstützen und mitzugestalten. Dieser Prozess bezieht Perspektiven der Wirtschaft, der Wissenschaft, der Verwaltungen und gesellschaftlicher Gruppen ein. Beginnend mit der Konferenz „Green Economy – Ein neues Wirtschaftswunder?“ im September 2012 und einer Reihe von darauf aufbauenden Agenda-Workshops wurden im Dialog mit Experten und Stakeholdern aus Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Kommunen und zivilgesellschaftlichen Gruppen Forschungsfragen in sechs Handlungsfeldern entwickelt und zu einer Forschungsagenda zusammengeführt.

Im Rahmen der Green Economy Konferenz am 18. November 2014 in Berlin haben Bundesforschungsministerin Johanna Wanka und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks die Forschungsagenda Green Economy der Öffentlichkeit vorgestellt. Neben den besonderen inhaltlichen Zielsetzungen (siehe Handlungsfelder) sollen sich die Förderaktivitäten zur Green Economy durch besondere Ansätze bei den Förderinstrumenten auszeichnen und bestimmte Kriterien erfüllen. So werden im Rahmen der Forschungsagenda Fördermaßnahmen umgesetzt, die
  • nah an der Anwendung sind und Anwender/Stakeholder in die Entwicklung einbinden,
  • eine systemische Betrachtung hinsichtlich des Beitrags zu einer nachhaltigen Entwicklung beinhalten,
  • eine erkennbare Hebelwirkung auf die volkswirtschaftliche Entwicklung zur Green Economy erwarten lassen.

Die Forschungsagenda Green Economy ist als Leitinitiative eingebettet in das weiterentwickelte Rahmenprogramm „Forschung für Nachhaltige Entwicklungen – FONA³“. Informationen zu aktuellen Fördermaßnahmen finden Sie unter den einzelnen Handlungsfeldern. Es fließen aber auch Maßnahmen aus anderen Förderlinien des BMBF ein, wie z. B. aus der Bioökonomie, der Forschung für Produktion, Neue Werkstoffe oder Elektroniksysteme.

Gleichzeitig ist mit Green Economy eine ressortübergreifende Initiative verbunden. In der neuen Hightech-Strategie hat die Bundesregierung „Nachhaltiges Wirtschaften“ als eine prioritäre Zukunftsaufgabe definiert. Zur Konkretisierung und Weiterentwicklung ausgewählter Schwerpunkte in diesem Themenfeld wurde das Fachforum „Nachhaltiges Wirtshaften“ ins Leben gerufen. Dieses Gremium setzt sich aus hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen und knüpft in seiner Arbeit direkt an den Agendaprozess Green Economy an.

Die Umsetzungsplattform Green Economy dient der Zusammenführung aller Informationen zu den verschiedenen Aktivitäten zur Green Economy und der Vernetzung der Akteure aus Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik.
Gerne nehmen wir Ihre Anmerkungen und Ideen zur Umsetzung der Forschungsagenda Green Economy auf. Schicken Sie uns dazu gerne eine Email an green-economy@fona.de.