Germanwatch e.V.



Die multiplen Krisen der letzten Jahre haben zweierlei vor Augen geführt: zum einen die ökologischen Grenzen unseres Planeten, zum anderen die Unnachhaltigkeit des derzeitigen Wirtschafts- und Wachstumsmodells. Mit Blick auf die Sicherung unserer Lebensgrundlagen ist es keine offene Option mehr, das Wirtschaften in grüne Bahnen zu lenken – die Frage ist nur noch das „wie“. Was muss beachtet werden, damit es tatsächlich zu einer Abkehr von (z. B. nuklearen und fossilen) Risikotechnologien kommt, und nicht nur zu einer grünen Etikettierung des Business-as-Usual?

Zuallererst darf eine Grüne Wirtschaft nicht als Selbstzweck verstanden werden. Vielmehr muss sie den Anstoß geben für eine „Große Transformation“ in Richtung Klimaverträglichkeit und Nachhaltigkeit. Systemisch vorgegebene Einbettungen müssen beachtet werden: die des Finanzmarkts in die Realwirtschaft, die des Wirtschaftssystems in die Gesellschaft, und die des Gesellschaftssystem in die ökologische Mitwelt. Deshalb ist eine Green Economy, die die soziale und gesellschaftliche Dimension nicht berücksichtigt, zu kurz gegriffen. Darum sprechen wir von einer „Green AND Fair Economy“. Auf dem Weg hin zu einer zukunftsfähigen Wirtschaftsweise müssen sowohl ökologische Leitplanken – wie das Zwei-Grad-Limit bzgl. der Erderwärmung – als auch soziale und gerechtigkeitsorientierte Leitplanken, allen voran die Menschenrechte, berücksichtigt werden.

Ein dreidimensionaler Ansatz kann die Implementierung einer “grünen“ und “fairen“ Wirtschaft vorantreiben. Handeln: Progressive Akteure (Staaten, Unternehmen, etc.) müssen eine Vorreiterrolle einnehmen und das tun, was ihnen ohne jegliche Konditionalität möglich und sinnvoll erscheint. Bestes Beispiel hierfür ist die deutsche Energiewende, die bei Gelingen einen weltweiten positiven Dominoeffekt auslösen könnte. Verhandeln: In einer globalen Welt müssen gemeinsame Limits und Rahmensetzungen immer wieder neu ausgehandelt werden. Internationale Verhandlungen dienen außerdem dazu, den sonst nicht gehörten ärmsten und verwundbarsten Staaten eine Stimme zu geben. Allianzen: Schließlich muss es immer wieder Allianzen zwischen progressiven Akteuren geben, die das Handeln und Verhandeln dynamisieren.

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