Internationales

Wertschöpfungsketten und –netzwerke und die damit verbundenen Emissionen und Umweltbelastungen sind heute weltweit verteilt. Nachhaltiges Wirtschaften ist daher eine globale Aufgabe und es gilt, international Verantwortung zu übernehmen.
Mit Stecknadeln markierte Landkarte (iStock.com / Yanek_Che)
Landkarte
Foto: iStock.com / Yanek_Che

Weltweit gibt es bereits vielfältige Bestrebungen, die Entwicklung zu einer Green Economy voranzutreiben. Die damit verbundenen Aktivitäten auf internationaler Ebene sind vor allem durch den Green Economy Report des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP aus dem Jahr 2011 und durch den Weltnachhaltigkeitsgipfel Rio+20 in 2012 forciert worden. Dort war Green Economy das zentrale Thema und wurde als Meilenstein auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur Reduktion von Armut diskutiert.

Das UNEP sieht für seine Green Economy Initiative zwei zentrale Aufgaben. Zum Einen werden einzelne Länder bei ihren nationalen Prozessen zur Entwicklung einer Green Economy beratend unterstützt. So werden im Rahmen der „Partnership for Action on Green Economy“ (PAGE) 30 Länder bis 2020 dabei unterstützt, nationale Green Economy Strategien zu entwickeln, um neue Arbeitsplätze zu schaffen, Umwelttechnologien zum Einsatz zu bringen und so Umweltbelastungen und Armut zu verringern. Zum anderen sollen Wissenschaft, NGOs, Wirtschaft und internationale Partnerorganisationen miteinander vernetzt werden, um die Entwicklung zu einer Green Economy weltweit voranzutreiben. Bei der Green Economy Konferenz 2012 in Berlin betonte der Exekutivdirektor des UNEP Achim Steiner, dass es wichtig sei, die Green Economy in den nächsten Jahren stärker ins Zentrum der internationalen Zusammenarbeit zu bringen. Neben UNEP sind über 20 weitere UN-Organisationseinheiten in solche Aktivitäten involviert.

Eng verwandt mit dem Konzept der Green Economy ist die Green Growth Initiative, die die OECD 2009 gestartet hat. Die zugrundeliegende Strategie basiert auf einer Wirtschafts- und Umweltpolitik, die dem Wert von Naturkapital als Produktionsfaktor Rechnung trägt und die Minderung von Umweltbelastungen durch kosteneffiziente Methoden anstrebt. Dabei wird eingeräumt, dass es kein Patentrezept zur Umsetzung dieser Strategie gibt. Umweltverträgliches Wachstum wird als ein Unteraspekt einer nachhaltigen Entwicklung betrachtet. Es geht dabei vor allem um eine geeignete Gestaltung der allgemeinen politischen Rahmenbedingungen, um marktbasierte Instrumente zur Verteuerung von Umweltbelastungen und Ressourcenverbrauch und um die Förderung von Innovationen mit Schwerpunkt auf Effizienztechnologien.

Im Jahr 2012 haben das Global Green Growth Institute, OECD, UNEP und die Weltbank die Green Growth Knowledge Platform ins Leben gerufen. Dieses internationale Netzwerk identifiziert und adressiert Wissenslücken zur Theorie und Praktischen Umsetzung von Green Growth. Die Plattform unterstützt die internationale Zusammenarbeit bei der Transformation zu einer Green Economy durch die Entwicklung und Bereitstellung von Politikempfehlungen, Good Practice, Daten und Instrumenten zur Umsetzung.

Auf europäischer Ebene werden in den kommenden Jahren im Rahmen des neuen EU-Forschungsrahmenprogramms „Horizont 2020“ Innovationen gefördert, die auf die Entwicklung zu einer Green Economy abzielen. So finden sich bei den Ausschreibungsthemen zur Gesellschaftlichen Herausforderung „Klima, Umwelt, Ressourceneffizienz und Rohstoffe“ zahlreiche Anknüpfungspunkte an die Themen der Forschungsagenda Green Economy. Hier wird eine enge Vernetzung der Aktivitäten auf nationaler Ebene mit den korrespondierenden Initiativen auf EU-Ebene angestrebt.