Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen



„Green Economy – Herausforderungen für ein neues Wirtschaften aus Konsumentensicht“

Die Abschlussdeklaration des Rio+20 Gipfels enthält ein Bekenntnis zu einem Kurswechsel hin zu einer Grünen Ökonomie. Um diesen Weg erfolgreich zu beschreiten und konkrete Wege zu einer zukunftsfähigen Gesellschaft und Wirtschaft aufzuzeigen und umzusetzen, liegt eine besondere Verantwortung bei den wohlhabenden Ländern und der Zivilgesellschaft. Eine Konzeption für eine zukunftsfähige Grüne Ökonomie und ein umfassender Fahrplan existieren jedoch derzeit noch nicht.

Wenn Green Economy kein theoretisches Schlagwort bleiben soll, müssen sich Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf ein neues Verständnis von nachhaltigkeitsorientiertem, „grünen“ Wirtschaften verständigen. Dieses grüne Wirtschaften – Produzieren wie Konsumieren – muss sich die Fragen von Wachstum, Wohlstand und Effizienz neu stellen. Immer mehr produzieren und konsumieren wollen wird die Grenzen unseres Planeten sprengen.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Sie ist aber in weiten Teilen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch nicht angekommen, wird nicht akzeptiert oder ignoriert.

Notwendig ist ein offener Diskurs über die sich daraus ableitenden Forschungs-, ökonomischen und gesellschaftlichen Fragen, die zügig angegangen werden müssen.

Unerlässlich ist es, alle gesellschaftlichen Gruppen zu beteiligen. Nachhaltigkeitsforschung muss dabei ökonomische und insbesondere sozial-ökologische Fragen im Kontext aller betroffenen Akteure in den Blick nehmen.

Forschung und Bildung für mehr nachhaltiges Verbraucherbewusstsein allein reichen nicht aus, wenn gleichzeitig die Rahmenbedingungen und Vorgaben für Politik und Wirtschaft intransparent und aus Sicht der Zivilgesellschaft unzureichend oder unverständlich sind.

Grünes Wirtschaften muss deshalb im Sinne einer „Großen Transformation“ entwickelt werden: es sind klare politische Rahmenbedingungen zu setzen, die Rolle der Unternehmensverantwortung ist neu zu gewichten. Nicht zuletzt muss Grünes Wirtschaften sozial gerecht sowie global und lokal fair gestaltet werden.

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