Verein für Umweltmanagement und Nachhaltigkeit in Finanzinstituten e.V.



Green Economy aus finanzwirtschaftlicher Sicht

Für den Weg hin zur sozial und ökologisch ausgewogenen Marktwirtschaft, also einer Green Economy, müssen über status-quo-bezogene Compliance hinaus weitergehende Ziele, Standards und Indikatoren präzisiert und messbar gemacht werden. Und die Transparenz ihrer Einhaltung muss erhöht werden. Für Finanzdienstleister (FD) ergibt dies ein Bild, bezogen auf ihre Stakeholder:

  • FD machen transparent, in welche Anlageformen, in welche Projekte und an welche Kreditnehmer die ihnen anvertrauten Gelder fließen (Aktivgeschäft). Und welche ökonomischen, sozialen und ökologischen Standards und Kriterien dabei berücksichtigt werden. Die staatlichen Steuer- und Anreizsysteme orientieren sich dann außer an Umsatz- und Gewinndaten stärker an diesen sozialen und ökologischen Kriterien. Erste Voraussetzung hierfür ist eine um Nachhaltigkeitskriterien, also um soziale und ökologische Informationen erweiterte Berichterstattung, intern wie extern.
  • Um die Anlagepolitik und die zugehörigen Kriterien auch dem Anleger und Kunden transparent und ihm eine eigenständige Entscheidung möglich zu machen (Passivgeschäft), sind die Berater am Kunden, insbesondere im Retail, hierüber informiert und motiviert. Auch in allen anderen Funktionsbereichen – in der Produktentwicklung, im Assetmanagement, im Controlling etc.- und auf allen Hierarchieebenen gehört die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien ebenso wie die Wahrnehmung von ökonomischen Indikatoren zum Alltagsgeschäft und ist laufbahnrelevant.
  • Lieferanten und sonstige Geschäftspartner machen neben Preis, Qualität und Zuverlässigkeit auch die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards sichtbar und werden danach ausgewählt.

Zu den selbstverständlichen „Hausaufgaben“ der FD gehört die Einhaltung sozialer und ökologischer Standards im eigenen Hause, d. h. dies zu messen, zu „controllen“, einem permanenten Optimierungsprozess zu unterstellen und auch hierüber intern wie extern zu berichten.

Instrumente eines um Nachhaltigkeitsaspekte erweiterten internen Controlling sind derzeit vielfach in der Entwicklung, auch solche der externen Berichterstattung (z. B. GRI, Nachhaltigkeitsrating, VfU-Indikatoren, E-DRS 27), auch Richtlinien und Standards (Global Compact, Equator Principles, UN PRI etc.). Für FD wird es in den kommenden Jahren darauf ankommen, diese Instrumente konsequenter umzusetzen, als strategische Instrumente der dauerhaften, d. h. nachhaltigen Sicherung des Unternehmensbestandes. Für die öffentliche Hand und den Gesetzgeber wird es darauf ankommen, die bisherige Vielfalt von Kriterien und Standards zu verdichten, die Transparenz der Einhaltung dieser Kriterien und Standards zu erhöhen (Stichwort: integrierte Berichterstattung) und die staatlichen Möglichkeiten der Steuerung – Anreize wie Sanktionen – an Hand der berichteten und geprüften Nachhaltigkeitskriterien konsequenter zu nutzen.

http://www.vfu.de/