A . Nachhaltige Produktion

Datum: 02/11/2016
Zeit: 14:00 - 15:30, 16:00 - 17:00
Ort: Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom, Berlin

Sprache: Deutsch

Deutschland muss eine Vorreiterrolle einnehmen, um die Produktion als wichtigen Wirtschaftsfaktor im Rahmen einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu sichern und weiter auszubauen. In der Produktion gibt es bereits vielfältige individuelle Nachhaltigkeitsansätze mit Fokus auf Effizienzsteigerungen, Optimierungen und inkrementellen Verbesserungen, jedoch können diese zu einer Fehlsteuerung führen, wenn sie jeweils nur Teilaspekte der Nachhaltigkeit betrachten. Es ist daher notwendig, einen ganzheitlichen Ansatz für eine nachhaltige Produktionsweise unter Berücksichtigung der gesamten Wertschöpfungsketten und -netze inklusive des Lebenswegs eines Produktes unter konsequenter Nutzung moderner Informations- und Datentechnik zu etablieren.

In diesem Workshop werden zwei Themenfelder diskutiert, zu denen das Fachforum Empfehlungen entwickelt hat:

  • Wandel der Rohstoffbasis
  • Smart Production und Modularisierung
  • Bewertung und Monetarisierung von Nachhaltigkeit entlang von Wertschöpfungsketten

Zu drei Themenblöcken werden die Empfehlungen durch Vertreter des Fachforums Nachhaltiges Wirtschaften vorgestellt und von eingeladenen Rednerinnen und Rednern kommentiert. In der anschließenden Diskussion soll es darum gehen, welche Aktivitäten oder Prozesse zur Umsetzung es bereits gibt oder sinnvoll wären, wer dort eingebunden werden sollte und wo noch Forschungsbedarf besteht.

Moderator:

Dr. Jens Freitag, genius gmbh – science & dialogue

Panel des Fachforums „Nachhaltiges Wirtschaften"

Dr. Detlef Kratz, BASF
Dr. Hermann Fischer, AURO Pflanzenchemie AG
Hans J. Hesse, Hesse GmbH & Co. KG
Prof. Dr.-Ing. Matthias Putz, Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU
Dr. Heike Hanagarth, Mitglied im Aufsichtsrat der LANXESS AG
Oliver Schauerte, Volkswagen AG

Block 1: Wandel der Rohstoffbasis

Zur Diversifizierung der Rohstoffbasis ist es notwendig, innovative Technologien und Prozesse voranzutreiben, die auf eine deutlich breitere und gegebenenfalls regional verfügbare Rohstoffpalette zurückgreifen und dort auf eine konsequente Nutzung von Sekundärrohstoffen ausgerichtet sind. Dies kann auch einen Beitrag zur selektiven Umstellung auf nichtfossile Kohlenstoffquellen in der chemischen Industrie leisten. Im Vordergrund stehen dabei die Steigerung von Energieeffizienz und Rohstoffausbeute und damit die Reduktion von Treibhausgasemissionen und Abfallströmen. Konkrete Ansatzpunkte können u.a. sein: die konsequente Integration verschiedener Industriezweige zur nachhaltigen Verwertung von Abfallstoffen sowie Nutzung und Speicherung von volatilen Energieangeboten, die Veredelung von biologischen Rohstoffen durch chemische Funktionalisierung oder auch die Weiterentwicklung biobasierter Kunststoffe.

Eingeladene Redner

Prof. Dr.-Ing. Christian Bonten, Universität Stuttgart
Dr. Christian Hagelüken, Umicore

Block 2: Smart Production und Modularisierung

Bei Smart Production bzw. der Digitalisierung der Produktion geht es im Kern, um eine durchgängige digitale Vernetzung aller Produktionselemente (inklusive flankierende Dienstleistungen und Logistik) und einer Verschmelzung von realen und virtuellen Prozessen. Ziel ist die Intensivierung des Paradigmenwechsels vom bisherigen Ansatz: „Maximaler Gewinn aus minimaler Investition" zu einer nachhaltigen Produktionsweise nach der Maxime: „Maximale Wertschöpfung aus minimalem Ressourceneinsatz". Durch Modernisierung der Infrastruktur und Modularisierung der Produktionseinheiten wird eine Dezentralisierung der Produktion möglich, die ebenfalls ein Enabler für eine nachhaltigere Produktion sein kann. Es geht u.a. darum, die Bedeutung dieser Entwicklung für einzelne Industrie- und Produktsegmente eingehender zu untersuchen, die Produktionstechnik als Mittel- und Ausgangspunkt für weitere digitale Entwicklungen in den Blick zu nehmen sowie nachhaltige dezentrale Produktionskonzepte in der Industrie, insbesondre auch in KMU, zu realisieren.

Eingeladene Redner

Prof. Dr.-Ing. Peter Michel, Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IMWS

Block 3: Bewertung und Monetarisierung von Nachhaltigkeit entlang von Wertschöpfungsketten

Um die Entwicklung und ressourcenschonende Herstellung von maßgeschneiderten Produkten mit einem verlängerten Produktnutzen sicherzustellen, sind Instrumente zur ganzheitlichen Nachhaltigkeitsbewertung von Produkten (Nutzung) und deren Produktionsverfahren (Herstellung) entlang der gesamten Wertschöpfungskette (national/international) zu entwickeln und zu etablieren. Es besteht Handlungsbedarf, da ein solcher Ansatz derzeit noch nicht existiert, obwohl dies eine grundlegende Voraussetzung zur fundierten Einschätzung nachhaltiger Produktion und zur Steuerung von Investitionen und Fördermitteln darstellt. Für eine nachhaltige Produktion wäre zu prüfen, ob die Kombination von Rohstoff, Produktionsverfahren und Produktnutzen in einer ganzheitlichen Systematik (z.B. eine „Nachhaltigkeitswährung") quantifiziert werden kann, die weit über die Quantifizierung von CO2 Emission und Verpreisung durch Zertifikate hinaus geht.

Eingeladene Redner

Prof. Dr. Klaus Kümmerer, Leuphana Universität Lüneburg
Dr. Dirk Voeste, BASF SE

Fotos

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