C . Nachhaltige Finanzwirtschaft

Datum: 02/11/2016
Zeit: 14:00 - 15:30, 16:00 - 17:00
Ort: Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom, Berlin

Sprache: Deutsch

Die Finanzwirtschaft steht einerseits im Fokus einer - oft kritischen - öffentlichen Diskussion. „Leaks", geringe Transparenz, Korruption, Prozesslawinen etc. sind nur einige Schlagworte in dieser Diskussion. Auch Investitionen in sozial oder ökologisch problematische Vorhaben werden angeprangert. Vermehrt klingt an, was und wie die Finanzwirtschaft zu einer Nachhaltigen Entwicklung und insbesondere zur Erreichung der nationalen und internationalen Klimaziele sowie der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele (sustainable development goals, SDGs) beitragen kann bzw. muss. Zugleich wird die Finanzwirtschaft andererseits konfrontiert mit einer Vielzahl marktlicher, wettbewerblicher und regulatorischer Anforderung: Nullzinspolitik, neue Regularien seitens der EU, der nationalen Gesetzgebung, der Bankenaufsicht etc.; Zinsansprüche seitens der Kunden, vom Großanleger bis zum Kleinsparer, Anforderungen des digitalen Wandels u.v.a.. Auch Anforderungen an die sog. Nachhaltigkeits-Performance und eine zugehörige Transparenz kommen von vielen Seiten: von Rating-Agenturen, von Pensionskassen, die Diskussion um Non-financials im Geschäftsbericht, um die Folgen von Paris COP21 mit kommenden Emissionsregularien, um Stranded Assets, Carbon Bubble und Divestments.

Dabei ist davon auszugehen, dass dies nur die Vorzeichen weiterer Herausforderungen sind, die auf Finanzinstitute zukommen, die nicht zuletzt auch einen konsequenteren Beitrag der Finanzindustrie zu einer Nachhaltigen Entwicklung abverlangen werden.

Wie kann die Finanzwirtschaft, wie können die einzelnen Institute mit der Vielzahl dieser - immer wieder auch konfliktären - Anforderungen konstruktiv umgehen? Wie können aus der Vielzahl bestehender Risiken unternehmensstrategische Chancen abgeleitet werden? Wie können durch frühzeitige Vorwegnahme absehbarer Nachhaltigkeits-Risiken und -Chancen Wettbewerbsvorteile gewonnen werden? Aber es geht nicht nur um Wettbewerbsvorteile:

Es geht auch um die Frage, wie kann, anstelle eines reaktiven, durch einen mehr pro-aktiven Umgang mit absehbaren Nachhaltigkeits-Risiken und -Chancen gesellschaftliche Akzeptanz und Vertrauen (wieder)gewonnen und damit gesellschaftliche Verantwortung übernommen werden?

Welche Möglichkeiten hat das einzelne Finanzinstitut? Welche politische Flankierung wird benötigt? Welche Forschungsfragen sind offen?

In diesem Workshop werden zu dieser Diskussion sieben Aktionsschwerpunkte vorgestellt, zu denen das Fachforum Empfehlungen entwickelt hat:

  1. Nachhaltige Unternehmensführung in Finanzinstituten (Sustainable Governance)
  2. Nachhaltigkeit von Finanzprodukten
  3. Nachhaltige Finanzmarkt-Regulierung und Finanzmarkt-Aufsicht
  4. Nachhaltigkeits-Bewertung und Berichterstattung
  5. Bildungsoffensive Finanz- und Nachhaltigkeits-Kompetenz
  6. Vorbildfunktion der öffentlichen Hand
  7. Institutionalisierte Verankerung „Nachhaltiger Finanzwirtschaft"

Denn: Die Finanzwirtschaft hat eine aktive Rolle; die Macht der Akteure ist groß, entsprechend auch ihr Potential. Sie können mit ihrer Rolle als Intermediäre wie auch als Multiplikatoren der Nachhaltigkeit wirken.

Eine strategisch orientierte Finanzwirtschaft muss - mit politischer Unterstützung -

  • die Entwicklung internationaler und nationaler (Klima-) Vereinbarungen im Auge haben, mit Blick auf die daraus resultierenden rechtsverbindlichen internationalen und nationalen Regularien,
  • selbst einen konstruktiven Beitrag zu dieser gesellschaftlichen Herausforderung leisten,
  • diese Herausforderungen in konkrete finanzwirtschaftliche Unternehmensstrategien und Entscheidungsprozesse herunter brechen und als strategische Chance ergreifen.

Moderator:

Prof. Dr. Timo Busch, Universität Hamburg

Panel des Fachforums „Nachhaltiges Wirtschaften"

Prof. Dr. Bernd Wagner, Universität Augsburg (Sprecher)
Prof. Dr. Edeltraud Günther, TU Dresden
Silke Stremlau, Bank im Bistum Essen e.G
Marlehn Thieme, Rat für Nachhaltige Entwicklung

Block 1: Gesamt-Kommentierung der Empfehlungen - aktuelle Lage

Eingeladene Redner

Peter Jonach, Bankenverband
Ralf Frank, Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management

Block 2: Kurzimpulse spezifisch

Eingeladene Redner

André Tonigold, Thomson & Reuters
Prof. Dr. Christian Klein, Universität Kassel
Arnold Fohler, DZ Bank
Silke Stremlau, Bank im Bistum Essen e.G
Dr. Annabel Oelmann, Verbraucherzentrale Bremen

Block 3: Direkte Kommentierung Stakeholder-Advocats und Publikum

Fotos

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