Plastik in der Umwelt – ökologische Auswirkungen und Vermeidungsstrategien

(only available in German) Plastikmüll findet sich überall in unserer Umwelt und landet schließlich zu einem erheblichen Teil in unseren Meeren. Dort werden die langlebigen Partikel durch Wind und Strömungen weltweit verdriftet und dabei durch verschiedene Prozesse zu immer kleineren Fragmenten zerbrochen. PET-Flaschen, Kunststofffasern, Reifenabrieb und viele andere Kunststoffreste reichern sich als Makro- und Mikropartikel in unseren Ozeanen, am Meeresboden oder an unseren Stränden an – und verbleiben dort bis zu 450 Jahre. Doch wie hoch ist unser „Plastik-Fußabdruck“ in den Weltmeeren tatsächlich? Ist Mikroplastik – das bereits in zahlreichen Fischarten nachgewiesen wurde – gesundheitsgefährdend für marine Lebewesen und den Menschen?

Hier sind Untersuchungen zu Verbleib, Verbreitungswegen, Mengen und Zusammensetzungen von Plastikmüll in unserer Umwelt notwendig. Forschungsbedarf besteht vor allem hinsichtlich der Auswirkungen von Mikroplastik auf Ökosysteme, Nahrungsketten und Organismen. Im Vordergrund steht dabei die systemische Untersuchung des „Plastik-Problems": von der Produktion, durch den Konsum, über den Transport vom Land in die Flüsse bis zum Verbleib in unseren Weltmeeren.

Ziele (operativ)

Ziel der transdisziplinären Forschung des BMBF ist es, ein konsistentes Bild des Gesamtproblems „Plastik in der Umwelt" zu entwickeln und gemeinsam mit Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Lösungsansätze zu identifizieren, zu entwickeln und mit internationalen Partnern in die Umsetzung zu bringen.

  • Entwicklung von einheitlichen Standards und Methoden zur Lokalisierung und Charakterisierung zur besseren quantitativen Erfassung des Plastikmülls in limnischen und marinen Systemen;
  • Untersuchungen zu ökologischen Auswirkungen;
  • Verminderung des Plastik-Eintrags ins Meer durch veränderte Konsumgewohnheiten, optimiertes Recycling, umweltschonendere Produktionsverfahren sowie
  • Suche nach bzw. Entwicklung von Substituten.

Forschungsthemen

  • Systematische Analyse der gesamten Plastikverbreitung von der Produktion über die Nutzung bis hin zum Recycling und der Entsorgung;
  • Erfassung der ökotoxikologischen Auswirkungen von Plastikmüll im Süßwasser, den Küstengewässern und im Meer;
  • Erarbeitung neuer Bildungskonzepte zur Veränderung des Konsumverhaltens und Verbraucherbewusstseins;
  • Erarbeitung von Lösungsansätzen in Zusammenarbeit mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft;
  • Sektor-übergreifende Erarbeitung von Forschungsfragen (Agendaprozess): neben ökologischen, gesundheitlichen und technischen Aspekten darüber hinaus ökonomische und sozio-kulturelle Faktoren;
  • Pilotstudien zu zentralen Fragestellungen.

Beteiligte Akteure/Experten

  • Forschung (Meeresforschung, Hydrologie, Bioökonomie, Soziologie):
  • Wirtschaft (Verpackungsindustrie, Textilbranche; Entsorgungs- und Recyclingbranche, Chemische Industrie, Land- und Forstwirtschaft);
  • Fischerei und Seeschifffahrt;
  • Tourismus;
  • Politik (Bund, Länder, Kommunen);
  • Zivilgesellschaft (NGOs, Bürgerinnen und Bürger, Verbraucherzentralen, Verbände).

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